Frau beim Kräuterbeet anlegen
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Kräuterhochbeet richtig anlegen

« Tipps zu Standort, Aufbau & Pflanzplan»

Frische Kräuter aus dem eigenen Garten sind ein Genuss – und mit einem Kräuterhochbeet gelingt der Anbau besonders komfortabel. Doch wie legt man ein solches Beet richtig an? Welche Größe ist sinnvoll, welcher Standort ideal? Und wie sieht ein guter Pflanzplan aus? In unserem Artikel erfahren Sie, worauf es beim Anlegen eines Kräuterhochbeets wirklich ankommt – von der Schichtung der Erde bis zur Auswahl passender Kräutersorten.

Warum ist ein Hochbeet ideal für Kräuter?

Ein Kräuterhochbeet ist wie gemacht für den Anbau aromatischer Pflanzen. Es bietet nicht nur optimale Bedingungen für eine reiche Ernte, sondern macht auch die Gartenarbeit deutlich angenehmer. Statt sich mühsam zu bücken, pflegen und ernten Sie Ihre Hochbeetbepflanzung ganz bequem in angenehmer Höhe – das schont Rücken und Knie und macht einfach Freude. Auch für die Pflanzenwelt selbst bringt das Kräuterhochbeet viele Vorteile. Durch den lockeren, gut durchlüfteten Aufbau erwärmt sich das Beet schneller als ein klassisches Flachbeet. Das regt das Wurzelwachstum an und sorgt dafür, dass viele Würz- und Duftpflanzen früher austreiben und kräftiger wachsen. Gleichzeitig sind sie im Hochbeet besser vor Schnecken und Unkraut geschützt.

Mehrere Menschen sind mit Gartenarbeiten am Hochbeet beschäftigt
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Standort & Größe – was man vor dem Anlegen eines Kräuterbeets beachten sollte

Bevor Sie Ihr Kräuterhochbeet anlegen, lohnt sich ein kurzer Blick auf Standort und Größe – denn mit ein wenig Planung wird daraus schnell ein echtes Gartenhighlight.

Der Standort spielt eine zentrale Rolle: Die meisten Küchen- und Gartenkräuter bevorzugen einen sonnigen Platz. Ideal sind mindestens sechs Sonnenstunden pro Tag. Ein Platz an der Hauswand, im geschützten Bereich des Gartens oder auf einer Terrasse mit guter Lichtausbeute eignet sich besonders gut. Je mehr Sonne das Kräuterhochbeet bekommt, desto intensiver entwickeln sich Geschmack und Wuchs der Pflanzen.

Auch die Größe und Höhe Ihres Kräuterbeets sollten zu Ihren Bedürfnissen passen. Wer eine große Auswahl an Gewürzpflanzen anbauen möchte, plant lieber etwas mehr Fläche ein. Eine Länge zwischen 1,20 und 2 Metern ist ideal, um bequem von beiden Seiten arbeiten zu können. Die empfohlene Höhe liegt meist zwischen 70 und 100 cm – das erleichtert die Pflege und bietet ausreichend Raum für den typischen Schichtaufbau.

Beim Material für den Hochbeetrahmen gibt es viele Möglichkeiten. Wichtig ist vor allem, dass das Material wetterfest ist und das Beet gut durchlüftet und entwässert werden kann. Eine besonders praktische Variante ist ein umgebauter IBC-Container, diese Beetvariante stellen wir Ihnen im späteren Verlauf noch genauer vor.

Eine Frau arbeitet an einem Hochbeet
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Der richtige Aufbau: Schicht für Schicht

Damit Kräuter im Hochbeet richtig gut gedeihen, ist der richtige Schichtaufbau entscheidend. Die einzelnen Lagen sorgen dafür, dass die Erde locker bleibt, überschüssiges Wasser nach der Bewässerung abfließen kann und die Pflanzen mit Wärme und Nährstoffen versorgt werden. So schaffen Sie ideale Bedingungen, damit Ihre Kräuter kräftig wachsen und ihr volles Aroma entfalten.

Ein bewährter Aufbau besteht aus vier Schichten, die von unten nach oben immer feiner werden:

  • Ganz unten kommen grobe Äste, Zweige oder zerkleinerter Strauchschnitt hinein. Diese Schicht sorgt für Belüftung und wirkt wie eine Drainage.
  • Darüber folgt eine Lage aus halb verrotteten Pflanzenresten, Rasenschnitt oder Laub. Sie bringt Schwung in den Verrottungsprozess und versorgt die Erde nach und nach mit Nährstoffen.
  • Als dritte Schicht eignet sich gut durchgereifter Kompost. Er liefert wichtige Mineralien und ist das Herzstück für gesundes Pflanzenwachstum.
  • Ganz oben kommt schließlich eine hochwertige Pflanz- oder Kräutererde. Diese sollte locker, nährstoffreich und gut wasserdurchlässig sein – damit sich die Wurzeln wohlfühlen.
Tipp: Wenn Sie das Beet regelmäßig nutzen, können Sie im zweiten oder dritten Jahr die oberen Schichten auffrischen oder teilweise austauschen. So bleibt die Erde vital und Ihre Kräuter behalten ihre Kraft.
Ein Gärtner mischt Gartenerde in einem Kübel
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Welche Erde eignet sich, wenn Sie ein Kräuterhochbeet anlegen möchten?

Nicht jede Erde ist gleich – und wenn Sie ein Kräuterhochbeet anlegen, lohnt sich ein genauer Blick auf die passende Mischung. Denn viele Würzpflanzen bevorzugen durchlässige, eher nährstoffarme Böden, während andere Arten etwas mehr Nährstoffe und Feuchtigkeit brauchen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Erde legen Sie die beste Grundlage für gesundes Wachstum und aromatische Ernten.

Wenn Sie ein mediterranes Kräuterbeet anlegen möchten – mit Sorten wie Rosmarin, Thymian, Salbei oder Oregano – sollte die Erde eher karg und sandig sein. Diese Pflanzen mögen es trocken und brauchen einen Boden, in dem das Wasser gut abfließen kann. Mischen Sie dafür handelsübliche Gartenerde mit Sand oder Blähton, um die Struktur lockerer zu machen.

Planen Sie hingegen, ein Hochbeet mit heimischen Kräutern wie Schnittlauch, Petersilie, Dill oder Liebstöckel anzulegen, eignet sich nährstoffreichere Erde besser. Hier darf es ruhig etwas Kompost sein – die Mischung sollte jedoch trotzdem gut durchlässig bleiben, damit sich keine Staunässe bildet.

Wenn Sie die Erde beim Anlegen des Kräuterbeets nicht selbst mischen möchten, gibt es auch spezielle Kräutererden im Fachhandel. Diese sind auf die Bedürfnisse vieler gängiger Sorten abgestimmt und können direkt verwendet werden – ideal für alle, die ihr Beet unkompliziert bepflanzen möchten.

Tipp: Achten Sie darauf, dass die Erde torffrei ist – das ist besser für die Umwelt und reicht für Kräuter vollkommen aus.
Ein Mann pflegt Petersilie- und Dill-Pflanzen, die in einem Hochbeet wachsen
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Diese Kräuterpflanzen fühlen sich im Hochbeet besonders wohl

Ein Kräuterhochbeet bietet ideale Bedingungen für viele beliebte Küchenkräuter – egal ob einjährig, mehrjährig, heimisch oder mediterran. Die erhöhte Lage, die durchlässige Erde und die gute Sonnenlage fördern gesundes Wachstum und kräftiges Aroma.

Für Einsteiger besonders geeignet sind klassische Kräuter wie:

  • Schnittlauch
  • Petersilie
  • Dill
  • Basilikum
  • Zitronenmelisse

Diese Sorten wachsen schnell, sind unkompliziert in der Pflege und lassen sich vielseitig verwenden. Wer sein Kräuterhochbeet gern mediterran bepflanzen möchte, setzt auf:

  • Thymian
  • Rosmarin
  • Oregano
  • Salbei

Diese Kräutersorten mögen es sonnig, warm und eher trocken – genau die Bedingungen, die ein gut angelegtes Kräuterhochbeet bietet. Minze fühlt sich im Kräuterbeet ebenfalls wohl, hat jedoch einen ausgeprägten Ausbreitungsdrang. Damit sie nicht alles überwuchert, empfiehlt es sich, Minze in einem Topf direkt ins Hochbeet zu setzen – so bleibt sie an ihrem Platz.

Tipp: Bepflanzen Sie Ihr Beet lieber übersichtlich. Drei bis fünf Sorten reichen oft völlig aus – so behalten Sie den Überblick und können sich über kräftige, gesunde Pflanzen freuen.
Ein Mann ordnet mehrere Bündel frisch geernteter Kräuter
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Ordnung im Beet! Auf den Pflanzplan kommt es an

Wenn Sie ein Kräuterhochbeet anlegen, lohnt es sich, nicht nur über die Auswahl der Pflanzen nachzudenken, sondern auch über deren Anordnung. Ein durchdachter Pflanzplan sorgt nicht nur für ein harmonisches Gesamtbild, sondern hilft auch dabei, dass sich alle Kräuterarten wohlfühlen und gut gedeihen. Wer beim Anlegen gleich systematisch vorgeht, spart sich später viel Aufwand bei Pflege und Bewässerung.

Ein bewährter Grundsatz beim Anlegen eines Kräuterhochbeets ist es, die Pflanzen nach ihren Standortansprüchen zu gruppieren. Mediterrane Würzpflanzen wie Thymian, Rosmarin, Oregano oder Salbei bevorzugen einen sonnigen, eher trockenen Platz. Wenn Sie Ihr Beet entsprechend anlegen, setzen Sie diese Sorten am besten an den oberen Rand oder auf die Südseite – dort ist es am wärmsten, und das Wasser verdunstet schneller.

Feuchtigkeitsliebende Sorten wie Petersilie, Schnittlauch, Dill oder Kresse gedeihen besser in schattigeren Bereichen. Wenn Sie beim Anlegen Ihres Kräuterbeets eine Nordseite oder einen tiefer gelegenen Bereich berücksichtigen, schaffen Sie dort ideale Bedingungen für diese Pflanzen – denn dort hält sich die Feuchtigkeit länger im Boden.

Auch die Wuchshöhe sollten Sie beim Anlegen des Kräuterhochbeets bedenken: Höhere Pflanzen wie Liebstöckel oder Zitronenverbene sollten kleinere Arten nicht beschatten. Sie gehören daher an den Rand oder in den hinteren Bereich des Beets – je nachdem, von welcher Seite Sie das Beet hauptsächlich nutzen.

Tipp: Verwenden Sie kleine Pflanzschilder oder legen Sie einen einfachen Plan an. So behalten Sie den Überblick – besonders dann, wenn noch nicht alle Kräuter sichtbar gewachsen sind.

Kräuterhochbeet bewässern und pflegen – so bleiben Ihre Pflanzen gesund

Ein gut gepflegtes Kräuterbeet schenkt Ihnen lange Freude und eine reiche Ernte. Dabei kommt es vor allem auf das richtige Gießen, gelegentliches Schneiden und ein wenig Aufmerksamkeit über die Jahreszeiten hinweg an.

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Richtig gießen – gleichmäßig und bedarfsgerecht

Kräuter mögen es gleichmäßig feucht – aber Staunässe vertragen die wenigsten. Gießen Sie am besten morgens oder am frühen Abend, wenn es nicht mehr so heiß ist. Das Wasser kann dann gut in die Erde einsickern und steht den Pflanzen zur Verfügung, ohne gleich zu verdunsten. In den Sommermonaten müssen Sie bei durstigen Kräutern wie Petersilie, Minze oder Dill täglich gießen, bei trockenheitsliebenden Sorten wie Thymian oder Rosmarin genügt oft alle zwei bis drei Tage ein kleiner Schluck. Wenn Sie sich das tägliche Gießen erleichtern möchten, ist eine Tröpfchenbewässerung ideal – besonders in größeren Hochbeeten. Dabei geben kleine Tropfer das Wasser direkt an die Wurzelbereiche ab, ganz ohne Spritzen oder Verdunstung. Das spart Zeit, Wasser und sorgt dafür, dass die Erde immer gleichmäßig feucht bleibt. Solche Systeme lassen sich mit einer Zeitschaltuhr verbinden und sind auch mit Regenwassertanks kombinierbar.

Tipp: Ein einfacher Gieß-Test mit dem Finger verrät schnell, ob es Zeit fürs Wasser ist – wenn die Erde in 3–4 cm Tiefe trocken ist, darf gegossen werden.

Regelmäßig schneiden und ernten

Kräuter brauchen Pflege – aber nicht viel. Wer regelmäßig erntet, regt neues Wachstum an. Schneiden Sie am besten die Triebspitzen ab – das fördert die Verzweigung. Verholzte oder blühende Triebe können entfernt werden, um die Pflanze jung zu halten. Einige Sorten wie Basilikum oder Kresse lassen sich bei Bedarf einfach nachsäen.

Über den Winter kommen

Viele Kräuter im Beet sind mehrjährig und kommen gut durch die kalte Jahreszeit. Schnittlauch, Salbei und Thymian sind winterhart und dürfen draußen bleiben. Ein lockerer Schutz aus Laub, Stroh oder Vlies hilft, besonders kalte Nächte zu überstehen. Nicht winterfeste Kräuter wie Basilikum oder Zitronenverbene holt man besser rechtzeitig ins Haus.

Hochbeete in urbaner Umgebung
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Kräuterhochbeet aus IBC-Container – eine clevere Upcycling-Idee

Ein gut gepflegtes Kräuterbeet schenkt Ihnen nicht nur aromatische Ernten, sondern macht die Gartenarbeit auch spürbar angenehmer – besonders, wenn alles auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Wer sich zusätzlich Arbeit ersparen und dabei noch ressourcenschonend gärtnern möchte, findet in einem Hochbeet aus einem IBC-Container eine spannende Alternative zum klassischen Holzrahmen. Denn ausgediente IBC-Behälter lassen sich hervorragend wiederverwenden – als stabile, wetterfeste und langlebige Basis für ein Kräuterbeet. Die Kombination aus recyceltem Material und praktischer Bauweise macht sie zu einer nachhaltigen Upcycling-Lösung, die sich im Garten, auf der Terrasse oder sogar im Vorgarten gut einfügt. Besonders komfortabel: Es gibt auch bereits vorbereitete Hochbeet-Sets auf Basis von IBC-Containern. Diese sind so konzipiert, dass Sie direkt mit dem Bepflanzen loslegen können. Die angenehme Arbeitshöhe schont den Rücken, die Pflanzen profitieren von der Wärme im Hochbeet und sind besser vor Schnecken, Bodenfrost oder Staunässe geschützt. Auch eine Tröpfchenbewässerung lässt sich problemlos integrieren – für eine besonders effiziente und gleichmäßige Wasserversorgung.

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Mit dem Kräuterhochbeet zu mehr Geschmack, weniger Aufwand und reicher Ernte

Ein Kräuterhochbeet bringt viele Vorteile auf einmal: Es schont den Rücken, spart Wasser, sieht schön aus – und versorgt Sie fast das ganze Jahr über mit frischen Aromen aus dem eigenen Garten. Ob mediterrane Klassiker oder heimische Küchenkräuter: Wenn Sie Ihr Hochbeet gezielt für Würzpflanzen anlegen, schaffen Sie ideale Bedingungen für gesundes Wachstum und kräftige Aromen. Schon auf kleiner Fläche lässt sich beim Anlegen eines Kräuterhochbeets eine erstaunliche Vielfalt unterbringen – vorausgesetzt, Sie planen den Standort, die Erde und die Anordnung gut durch. Wer es besonders pflegeleicht anlegen möchte, kombiniert das Hochbeet gleich mit einer Tröpfchenbewässerung – oder entscheidet sich für eine praktische Upcycling-Lösung wie ein IBC-Hochbeet, das sich schnell und platzsparend bepflanzen lässt.